Diagnose & Therapie

Die Diagnose Multiple Sklerose wird aufgrund einer sorgfältigen Erhebung der Vorgeschichte und der körperlichen Untersuchung gestellt. Vor allem beim ersten Schub, insbesondere, wenn die neurologische Untersuchung keine Funktionsstörung erkennen lässt, wird der Arzt versuchen, durch weiterführende Untersuchungen die Diagnose zu klären.

Die frühe Diagnose wird immer wichtiger, denn nach aktuellen Erkenntnissen kann sich der frühzeitige Beginn einer Therapie, z.B. mit einem Interferon-beta-Präparat, positiv auswirken. Doch der Nachweis einer MS bleibt nach wie vor oft schwierig, weil es keinen einfachen „MS-Test" gibt. Daher müssen Ärzte die Diagnose anhand der Symptome und verschiedener Untersuchungen „einkreisen". Technische Untersuchungen wie die Kernspintomographie (MRT) und die Messung evozierter Potenziale oder die Laboruntersuchung des Gehirnwassers (Liquor) werden unterstützend eingesetzt. Letztlich gleicht die Diagnosestellung oft einem Puzzle, denn die endgültige Diagnose ergibt sich erst aus der Zusammenschau der verschiedenen Untersuchungsergebnisse. Dabei helfen exakt formulierte Diagnosekriterien.

Die Säulen der MS-Behandlung sind die Schubtherapie, die Immuntherapie und die Behandlung der Funktionsstörungen.

Die Entstehung der Multiplen Sklerose ist immer noch nicht vollständig geklärt, und eine Heilung ist bis heute nicht möglich. Allerdings können Verlauf und Symptome wirkungsvoll behandelt werden.

Die akuten Schübe der MS werden heute überwiegend mit hoch dosierten Kortisonpräparaten (Kortikosteroiden) behandelt. Eine derartige Therapie kann Schübe verkürzen und die Beschwerden mildern. Einen langfristigen Einfluss auf den weiteren Verlauf der Erkrankung haben Kortisonpräparate vermutlich jedoch nicht. Bei schweren Schüben, die nicht auf mehrmalige, hoch dosierte Kortikosteroidgaben ansprechen, kann eine Plasmapherese („Blutwäsche") in Erwägung gezogen werden.

Während die Kortison-Schubtherapie nur kurzfristig gegen die Beschwerden eines akuten MS-Schubes eingesetzt wird, lässt sich der langfristige Verlauf der Multiplen Sklerose nur durch eine medikamentöse Langzeittherapie beeinflussen. Ziel ist es, das Fortschreiten von körperlichen Einschränkungen aufzuhalten und die Anzahl und Schwere von Schüben zu reduzieren. Allen derzeit verfügbaren Therapien ist gemeinsam, dass sie das Immunsystem des Patienten mit dem Ziel beeinflussen, Entzündungsreaktionen im Zentralen Nervensystem zu verringern und damit Langzeitfolgen der Erkrankung zu minimieren.

Die Behandlung der verschiedensten Funktionsstörungen lässt sich unter dem Begriff „symptomatische Therapie" zusammenfassen. Zwar können symptomatische Therapien nicht den Verlauf der MS als solche ändern, durch die Linderung von Beschwerden aber erheblich zur Lebensqualität der Betroffenen beitragen.

Weitere Informationen zum Thema Multiple Sklerose bietet MS-life unter www.ms-life.de. Oder schauen Sie einfach in den aktuellen Podcast rein, unter dem Link: http://www.ms-life.de/mslife/ms_-_wissen/ms-life_tv/content-163701.html